Gepiden

Das germanische Volk der Gepiden tritt erstmals 260 n. Chr. in Erscheinung. Sie griffen zusammen mit den Goten Dakien an. Die gepidische Geschichte ist relativ eng mit der gotischen verbunden und manchmal werden sie auch als Teilstamm der Goten betrachtet. Heute schließt man aus dem Namen Gepiden auf das gotische Wort „Getipaides“ was soviel bedeutet wie „Kinder der Goten“.  Sie kamen zusammen mit den Goten aus dem Ostseeraum in die Region und stammen vielleicht auch aus Skandinavien.

Sie siedelten im heutigen Rumänien. Man kann gepidische Siedlungen im Bereich der Weichsel und der Theiss nachweisen. Dort lebten sie in den Tälern der Flüsse.  Im 3. Jahrhundert zogen sie unter König Fastida gen Süden und schlugen die Burgunden. Der von den Sarmaten im vierten Jahrhundert errichtete Erdwall gegen die Vandalen bildete wohl danach ihre Ostgrenze.

Die Gepiden standen nach dem Hunnensturm zum großen Teil in hunnischen Diensten. Attila schätze den Gepidenkönig Adarich und so bildeten die gepidischen Einheiten bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern den rechten Flügel der hunnischen Armee. Nach Attilas Tod stellte sich jedoch Adarich gegen die Söhne von Attila und so vertrieben sie in einem Aufstand die Hunnen.

Im Jahr 551 besiegten die Gepiden die Langobarden, wurden jedoch 576 durch die Awaren schwer geschlagen. Die Awaren verwüsteten weite Landstriche der Gepiden. Die verbleibenden Landstriche der Gepiden wurden um etwa 600 von Maurikios während seinen Balkanfeldzügen verwüstet und die Gepiden verlieren innerhalb der Geschichtsschreibung an Bedeutung.

Noch um 440 werden die Gepiden als Heiden bezeichnet. Sie hatten sich also lange ihren Glauben bewahrt, schwenkten dann allerdings zum arianischen Christentum über. Mit Thrasarich wird ein Gepide dann auch Bischof.

Die Gepiden siedelten in Einzelgehöften und Weilern. Zudem besiedelten sie auch verlassene Burgen im transsilvanischen Bergland. Ein Machtzentrum bildeten sie bei der Stadt Szentes. Das in der Nähe liegende Kölked in Südungarn wurde zudem 1970 Fundort eines awarenzeitlichen Germanendorfes, jedoch vermutet man heute es sei gepidischen Ursprunges.

 

Literaturhinweise

Geschichte der Heruler und Gepiden: Ein Beitrag zur Geschichte der germanischen Völkerwanderung

Autor: Joseph Aschbach
Taschenbuch: 106 Seiten
Verlag: Ulan Press
Erschienen: Original 1923, Reprint 2012

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