Hermunduren und Thüringer

Die Stammesgruppen der Hermunduren und der Thüringer sind eng miteinander verwoben. Die Hermunduren gehörten im ersten Jahrhundert v.Chr. zu den elbgermanischen Stämmen die im Oberlauf der Elbe siedelten.  Sie werden zu den Hermionen gezählt die wiederum einen Teilstamm der Sueben bildeten.  Als im Jahr 17 n.Chr. die Cherusker die Markomannen verdrängten und Marbod stürzten, nutzen sie das Machtvakuum von Catula, der seine Herrschaft noch nicht gefestigt hatte und breiteten sich aus.

Sie besiedelten in dieser Zeit Gebiete des heutigen Böhmen, das von den Markomannen verlassene Gebiet am Main und wurden zudem tonangebend an der unteren Elbe. Hierzu trugen die Römer unter dem Oberbefehl von Lucuis Domitius Ahenobarbus bei, der ihnen dieses Gebiet zur Umsiedelung anbot. Die südlichen Hermunduren galten in dieser Zeitperiode als romfreundlich.

Im Jahr 58 n.Chr. brachten sie in der Salzschlacht an der Werra die salzhaltigen Quellen unter ihre Kontrolle. Salz war eines der begehrtesten Güter der Zeit da man mit ihm Nahrung haltbar machen konnte. Etwa ein Jahrhundert später, in den Jahren 166  bis 180 n.Chr. schwenkte die Freundlichkeit der Hermunduren gegenüber Rom und sie nahmen an Seite der Markomannen und Quaden in den „Markomannen Kriegen“ gegen Marcus Aurelius teil.

Im 4. Jahrhundert taucht erstmals die Bezeichnung „Thüringer“ auf, man vermutet dass sie schon seit längerem ein Teil der Hermunduren waren, jedoch spalteten sie sich nun ab bzw. vermischten sich mit den gotischen Terwingen. Etymologisch (Wissenschaftszweig der historischen Linguistik) gesehen könnte hier auch der Name Thüringer herkommen.

Nach dem Tod des ostgotischen Königs Theoderich (526 n.Chr.) verliert das Reich den Schutz der Goten und ist den merowingischen Franken somit ausgeliefert.

 

Literaturhinweise

Thüringen in ur- und frühgeschichtlicher Zeit

Autor: Karl Peschel
Taschenbuch: 107 Seiten
Verlag: Beier & Beran
Erschienen: 1994

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Thüringen im frühen Mittelalter 531-1024

Autor: Werner Mägdefrau
Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
Verlag: Verlag Rockstuhl
Erschienen: 5. Auflage 2013

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Thüringische Landeschronik und Eisenacher Chronik (Deutsche Texte des Mittelalters, Band 87)

Autor: Johannes Rothe, Herausgeber: Sylvia Weigelt
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Akademie Verlag
Erschienen: 2007

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Die Wohnsitze der Cherusker und der Hermunduren

Autor: Fritz Helmke
Taschenbuch: 44 Seiten
Verlag: Kessinger Publishing
Erschienen: Originalausgabe 1903, Reprint 2010

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