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Projekte - Mülltüten-Zeremonie


Schauplatz: Der Feenhügel in unserem nahen Waldstück

Eigentlich dachte ich, die Feen hätten sich wegen dem Winter tiefer in den Hügel zurückgezogen, jedoch entdeckte meine Frau bei einem Spaziergang den wirklichen Grund für die Abwesenheit der Naturwesen: Massenhaft Müll und Unrat, ausgerechnet auf einem Feenhügel mitten im Wald!

Wir beschlossen eine Mülltütenzeremonie zu starten. Routiniert durch jahrelanges Bemühen, z.B. Wald- und Badeseen sauber zu halten, packte ich 4 große Plastiktüten und 2 Paar Handschuhe in den Rucksack. Wir besuchten den Hügel, der ungefähr 50 m² gross ist und ein paar Kilometer von der nächsten Strasse entfernt in unserem eigentlich recht sauberen Wald liegt. Ich war erschrocken, als ich diesen Kraft-Ort sah, so sehr hatte er sich seit dem letztem Mal verändert; oder hatte ich all den Dreck nie gesehen? Es tat mir leid. Binnen weniger Minuten hatten wir jede Mülltüte kiloschwer voller Unrat, meistens Bier- und Schnapsflaschen, Plastikteller und -geschirr und anderen Mist. Wie dumm und ignorant müssen Menschen sein, um so einen wunderbaren, kleinen Ort mitten im Wald zu verdrecken?

Kurz gesagt, wir sind 3, nein 4x gelaufen und haben über 20 Tüten voller Müll aus diesem Teil des Waldes entsorgt. Dazu kam noch ein Drahtzaun, der bereits so vom Waldboden umgeben war, dass er fast schon dort Wurzeln geschlagen hätte.

Schließlich war der Hügel wieder schön. Nachts träumte ich, die Feen kommen wieder zurück ...

Wir machten uns Gedanken darüber, wie man unsere Wälder in Zukunft vor solchem Unrat nicht nur befreien, sondern auch davor bewahren kann. Den Müll beseitigen kann ein jeder von uns, wir bitten um Nachahmung! Und zur Vorbeugung müßte doch ein einfacher, deutlicher Appell an Alle genügen:

“Bitte haltet unseren Wald sauber!”
 

 

Mülltütenzeremonie

Das alte Lied

Ich ging im Walde
so für mich hin,
und nichts zu suchen,
das war mein Sinn

Jedoch – o weh! – das, was ich fand,
ist meiner Klage Gegenstand:
ich fand im dunklen Waldrevier
Konservenbüchsen und Papier.

Papier, Papier und überall
vom Rost zerfressenes Metall,
zermalmt, verschmiert, verbeult, verdreht,
doch nicht vom Wind hierhergeweht,

viel mehr von denen unentwegt,
verstreut, verschüttet, hingelegt,
und fortgeschmissen, taub und blind,
die sozusagen Menschen sind.

Weil Säue (heisst es allgemein)
es nicht gewesen können sein.
Hier traf ich haufenweise Schmutz -
trotz Heimat- und Gewässerschutz.

Den Dreck trifft man im schönen Land
an manchem Wald- und Wiesenrand
und, wenn nicht dort, bestimmt seit  je
in jedem einst so saubren See,

der algengrün und – rot vor Scham
sich deshalb längst das Leben nahm
und, wie das Lied hier expliziert,
nur noch als Leiche existiert …

Ich ging im Holz so für mich hin,
und goethisch-heiter war mein Sinn,
jedoch – o weh! – er war’s nicht mehr
nach all dem Unrat ringsumher.

Fridolin Tschudi (1912 – 1966)

 

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